Dare2Del

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Im Arbeitsalltag sind Beschäftigte häufig mit einer Vielzahl an Informationen konfrontiert, die einen Stressfaktor darstellen und effizientes Entscheiden behindern. Um trotz dieser Informationsflut zielorientiert und konzentriert arbeiten zu können, braucht man die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit auf bestimmte Aufgaben zu fokussieren und irrelevante, störende oder ablenkende Informationen auszublenden. Diese Fähigkeit des intentionalen Vergessens wurde im Rahmen des Projekts untersucht und die Ergebnisse auf ein unterstützendes digitales System übertragen.

Auf der Basis grundlegender psychologischer Mechanismen des intentionalen Vergessens im Arbeitsalltag wurde im Rahmen von Dare2Del in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Kognitive Systeme (Friedrich-Otto-Universität Bamberg) ein Computer-Assistenzsystem entwickelt, das Personen im Industrie- und Verwaltungskontext bedarfsgerecht bei der Verwaltung digitaler Objekte unterstützt. Durch das individuelle Ausblenden von irrelevanter Information sowie die Generierung von gezielten Löschvorschlägen können Bedürfnisse der Nutzenden berücksichtigt werden. Auf diese Weise können für Beschäftigte positive Konsequenzen im Sinne eines geringeren Belastungserlebens sowie einer gesteigerten Effizienz bei Arbeitsentscheidungen resultieren.

Beteiligte Lehrstühle

Projektteam

Publikationen im Projekt

  • Göbel, K., Niessen C., Seufert, S., & Schmid, U. (2022). Explanatory machine learning for justified trust in human-AI collaboration: Experiments on file deletion recommendations. Frontiers in Artificial Intelligence, 5, Article 919534. https://doi.org/10.3389/frai.2022.919534
  • Göbel, K. (2022). Thought control in the work context. (Doctoral thesis). Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. urn:nbn:de:bvb:29-opus4-206970
  • Göbel, K., Hensel, L., Schultheiss, O. C., & Niessen, C. (2022). Meta-analytic evidence shows no relationship between task-based and self-report measures of thought control. Applied Cognitive Psychology, 36(3), 659-672. https://doi.org/10.1002/acp.3952
  • Göbel, K., & Niessen, C. (2021). Thought control in daily working life: How the ability to stop thoughts protects self-esteem. Applied Cognitive Psychology, 35(4), 1011-1022. https://doi.org/10.1002/acp.3830
  • Niessen, C., Göbel, K., Lang, J., & Schmid, U. (2020). Stop thinking: An experience sampling study on suppressing distractive thoughts at work. Frontiers in Psychology, 11, Article 1616. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2020.01616
  • Niessen, C., Göbel, K., Siebers, M., & Schmid, U. (2020). Time to forget: Intentional forgetting in the digital world of work. Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie, 64, 30-45. https://doi.org/10.1026/0932-4089/a000308
  • Ellwart, T., Ulfert, A.-S., Antoni, C., Becker, J.,  Frings, C., Göbel, K., … …Wehrt, W. (2019). Forgetting in future work systems: System characteristics and user-related psychological consequences on emotion, cognition, and behaviors. AIS Transactions on Enterprise Systems, 4, 1-19. https://doi.org/10.30844/ais-tes.v4i1.16
  • Siebers, M., Göbel, K., Niessen, C., & Schmid, U. (2017). Requirements for a companion system to support identifying irrelevancy. International Conference on Companion Technology (ICCT, Ulm, 2017), IEEE Press, 1-2. https://doi.org/10.1109/COMPANION.2017.8287076
  • Siebers, M., Schmid, U., Göbel, K., & Niessen, C. (2017). A psychonic approach to the design of a cognitive companion supporting intentional forgetting. Kognitive Systeme, 2017-1. https://doi.org/10.17185/duepublico/44537

Schwerpunktprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft: Intentional Forgetting in Organisationen

Sowohl im Kontext von Produktionsprozessen als auch in der Verwaltung von Organisationen sind Prozess- und Routineveränderungen an der Tagesordnung. Sie stellen jedoch Organisationen immer wieder vor Herausforderungen bei der Bewältigung. Hier unterstützen die Ergebnisse der Forschung des SPP 1921 Organisationen konkret dabei, wie nicht mehr relevantes Wissen, nicht mehr relevante Prozesse und Routinen intentional vergessen werden können, um die Anwendung des Neuen, des Relevanten nicht mehr zu erschweren, bzw. konfliktfrei zu ermöglichen.

Acht interdisziplinär aus den Bereichen der Kognitions-, Arbeits- und Organisationspsychologie, Kognitionswissenschaften, Wirtschaftsinformatik sowie den Ingenieuswissenschaften besetzten Forschungstandems fokussierten innerhalb des SPP 1921 ihre Forschung nicht nur auf die Unterstützung und willentliche Gestaltung menschlicher Vergessensprozesse auf individueller und Teamebene, sondern beschrieben, erfassten, systematisierten, formalisierten und untersuchten Mechanismen und Methoden, wie Organisationen und (intelligente) Informationssysteme, vergessen können.

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